Lehrkräfte möchten stärker eingebunden werden

Am Donnerstag drückten an der Berufsschule in Haßfurt die Lehrerinnen die Schulbank. Sie beschäftigten sich mit Ankunftsnachweisen, Duldungsbescheinigungen, Aufenthaltsgestattungen und viel weiterer Bürokratie im Zusammenhang mit der beruflichen Integration von Geflüchteten. Elf Integrationsklassen gibt es im laufenden Schuljahr an der Heinrich-Thein-Berufsschule, 56 Schüler haben die sogenannten BIK-Klassen schon absolviert und es gibt – wie immer an der Schule Enttäuschungen und Erfolgsgeschichten.

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Bianca Olerich ist die verantwortliche Lehrkraft für die Berufsintegrationsklassen. Sie hat sich in den vergangenen Jahren viel Wissen über Asylrecht und Sozialgesetze angeeignet, um ihren neuen Schülerinnen und Schülern adäquat zur Seite stehen zu können, wenn sie in Deutschland beruflich Fuß fassen wollen. Doch im Zuge des großen Flüchtlingszustroms hat sich die Rechtslage auch ständig geändert, zudem hat jedes Bundesland eigene Regelungen zugefügt. Um den Kolleginnen, den mit dem Thema Asyl beschäftigten Sozialpädagogen und anderen interessierten Lehrkräften die Möglichkeit zu geben, sich auf den aktuellen Stand zu bringen, organisierte Bianca Olerich jetzt eine Fortbildung mit Hanna Löhner von der „Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH“ aus Augsburg. „Tür an Tür“ koordiniert auch das Bayerische Netzwerk für Beratung und Arbeitsmarktvermittlung für Flüchtlinge, dem die Handwerkskammer für Schwaben, die VHS Augsburg, die Bundesagentur für Arbeit, die Caritas Augsburg und der Bayerische Flüchtlingsrat angehören. Auch zwei Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit und des Jobcenters nahmen an dem Nachmittag teil und trugen zum regen Erfahrungsaustausch bei.

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„Mit einer Ecstasy-Pille hat es begonnen“

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Es dauerte eine Weile, bis die Berufsschüler die schonungslose Offenheit von Marco Lau verdaut hatten, dann aber sprudelten die Fragen. Im Rahmen der Suchtpräventionsarbeit an der Berufsschule wurde vor dieser Diskussionsrunde der Film „Berliner Härte – vom Junkie zum Mesner“ gezeigt. Marco Lau ist der Protagonist dieses Films und er lässt dabei tiefe Einblicke in sein Leben zu, in dem er schon direkt am Abgrund stand, sich dann aber aus eigener Kraft befreite aus Drogensucht und Isolation.

Von der Mutter in einem DDR-Kinderheim abgegeben, trieb sich Marco nach der Wende regelmäßig am Bahnhof Zoo herum. Auf sich allein gestellt, fand er eine „schnelle Art Geld zu verdienen“, indem er sich prostituierte. „In dieser Szene konsumiert man dann auch sehr schnell Drogen“, erklärte er später in der Fragerunde und damit ist der Kreislauf angetreten. In einer solchen Situation, in der man auch mal im Park schläft, der einzige Freund mit einer Mahlzeit aushilft, suche man die Flucht im Drogenrausch. „Koks macht halt gefühllos und sehr aggressiv, du verlierst deine eigene Persönlichkeit“, erklärt er. „Man versucht abzuschalten, aber das hat nie geklappt. Die Stärke liegt eigentlich darin, dass man Nein sagen kann“

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Warum gibt es den Weihnachtsbaum?

„Warum gibt es einen Weihnachtsbaum?“, „Warum ist Weihnachten eigentlich am 24. Dezember?“oder „Wie feierst du am 24. 12.?

 

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Fragen wie diese kamen in der Vorweihnachtszeit in der Berufsintegrations-klasse 10a (BIKV10a) auf, in der Schüler aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und auch aus Kroation und der Ukraine beschult werden. Diese Fragen wurden gesammelt und als Gesprächsleitfaden für ein interkulturelles Weihnachtsprojekt verwendet. Dieses fand zusammen mit den Schülern der 10. Klasse der Berufsfachschule für Kinderpflege statt. Am ersten Dienstagnachmittag im Advent kamen die Schüler beider Klassen zusammen, um sich in stimmungsvoller Atmosphäre über Weihnachten auzutauschen. Dafür sorgte ein reichhaltiges Plätzchen- und alkoholfreies Punschangebot, das zuvor von den Schülern der BIKV10a mit ihrer Kochlehrerin Heike Gock vorbereitet wurde. Um für weihnachtliche Stimmung zu sorgen, wurde der Raum hübsch dekoriert, die Tische stilvoll gedeckt und somit wurde das Klassen- zum Adventszimmer.

 

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"Die Briten sind viel höflicher als die Franken"

 Simon Scheuring verbrachte drei Wochen als Werks-Praktikant in England.

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Es war auf jeden Fall eine coole Erfahrung. Der 18-jährige Simon Scheuring hat gerade ein dreiwöchiges Praktikum in England hinter sich und ist mit einem Berg von Eindrücken zurückgekehrt. Sein Fazit: „Ich könnte in England überleben, aber ich würde dort nicht arbeiten wollen.“ Simon ist im dritten Ausbildungsjahr als „Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung“. Nach der Mittleren Reife begann er seinen beruflichen Weg bei der FIS in Grafenrheinfeld und besucht die Heinrich-Thein-Berufsschule in Haßfurt. Oberstudienrat Roland Bitsch bemühte sich um ein Erasmusstipendium, das 19 seiner Schüler in Anspruch nahmen. Mit dem Erasmus-Programm bietet die Europäische Kommission seit mehr als 25 Jahren eine effiziente Förderung von Studienaufenthalten und Praktika in mittlerweile 33 Ländern. Simon und seine Mitschüler bewarben sich. Dank Erasmus bekamen sie Praktikumsplätze in England, und auch für die Unterkunft sorgte das europäische Förderprogramm. Den Flug nach England zahlten die jungen Leute selbst. In der FIS gab es kein Problem, erzählt Simon, dort sei er für die Zeit freigestellt worden und sogar sein Gehalt lief weiter.

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"Abi und Auto" ist ein Erfolgsmodell

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Zweimal im Jahr trifft sich der „Beratungsverbund Unterfranken“, um sich fachlich auszutauschen, diesmal war die Berufsschule Haßfurt der Gastgeber. Im Beratungsverbund Unterfranken sind die Abiturientenberater der Arbeitsagenturen Würzburg, Schweinfurt, Aschaffenburg und aus dem benachbarten Baden-Württembergischen Main-Tauber-Kreis sowie die Studienberater der Universität Würzburg, Fachhochschule Würzburg-Scheinfurt, FH Aschaffenburg und der Dualen Hochschule Mosbach-Bad Mergentheim sowie die staatlichen Schulberater bei der Regierung von Unterfranken zusammengeschlossen.

Sie alle bemühen sich, Abiturienten bei der Suche nach dem für sie passenden Berufsweg zu finden. Weil der nicht für jeden Absolventen von Gymnasium oder Fachoberschule zwingend akademisch ist, gibt es an der Heinrich-Thein-Berufsschule in Haßfurt die beiden Abiturienten-Ausbildungsgänge „Abi und Auto“ und „IT qualifiziert hoch drei“. Diese neuen Ausbildungswege stellten Fritz Walla von der Agentur für Arbeit und Oberstudienrat Christoph Lindner, Abteilungsleiter KfZ an der Berufsschule, den Beratern vor. Schulleiterin Heidrun Görtler freute sich über das Interesse der Studienberater. Christoph Lindner sei einer der geistigen Väter von „Abi und Auto“ in Nordbayern, das sich zum Erfolgsmodell entwickelt hat.

 

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