Wer sich ablenkt, fährt gefährlich!

 

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In einer Sekunde kann man keine Textnachricht lesen, schon gar nicht schreiben, oder eine Nummer wählen. In einer Sekunde legt ein Auto bei 50 Stundenkilometern aber 14 Meter Strecke zurück. Diese Gleichung verdeutlicht in diesen Tagen der „Blindflugteppich“, den Polizeihauptkommissar Stefan Scherrer in der Heinrich-Thein-Berufsschule in Haßfurt ausgerollt hat. Ein Großteil der Berufsschüler fährt bereits Auto und damit „ist hier die richtige Zielgruppe“ erklärt stellvertretender Schulleiter Jochen Brüggemann sein besonderes Engagement für die Verkehrssicherheit.

Überall im Schulhaus hängen die aktuellen Plakate der Verkehrswacht wie das, das vor „App-Lenkung“ warnt. Die Handynutzung am Steuer war im September zentrales Thema einer bundesweiten Aktionswoche. Aufklärung tut not – in Bezug auf alle Ablenkung am Steuer, betonte PHK Scherrer am Donnerstag vor den Berufsschülern, die klassenweise zum „Blindflugteppich“ kamen. Die 14 Meter Strecke bis zu dem Fußgänger, der durch einen Dummy dargestellt wurde, machten einigen Eindruck. Man muss kein Mathe-Genie sein, um zu übertragen, was das dann bei außerorts-Geschwindigkeiten bedeutet.

 

Laut Stefan Scherrer gibt es zwar keine „harten Zahlen“, aber die Polizei geht davon aus, dass etwa die Hälfte aller Verkehrsunfälle durch Ablenkung verursacht wird. Dazu gehört das Handy ebenso wie das Navi, das natürlich vor Fahrtbeginn in Betrieb genommen werden soll. Laute Musik, angeregte Telefonate auch über Bluetooth, ein vorangegangener Streit, eine Auseinandersetzung mit dem Beifahrer - alles Faktoren, die die Aufmerksamkeit von der Straße nehmen. „Und das gilt für einen erfahrenen Autofahrer genauso wie für einen Fahranfänger“, erklärte Scherrer. 

Die Polizei setze auf Aufklärung, doch wie bei der Gurtpflicht scheinen nur Strafen zu fruchten. Das Bußgeld für Handy am Steuer beläuft sich auf inzwischen 100 Euro, was einige der Schüler als zu niedrig empfanden. Empfindlicher werden viele von dem Punkt in Flensburg getroffen. „Das summiert sich ganz schnell und bei acht Punkten ist der Führerschein weg“, erklärte Scherrer. Strafbar ist schon das Handy in der Hand, denn „Ablenkung ist schon, wenn der Fahrer das Handy aus der Hostentasche holt oder auf dem Beifahrersitz sucht“. Telefonieren oder texten während der Fahrt ist ebenso gefährlich wie 0,8 oder ein Promille Alkohol im Blut, erfuhren die Berufsschüler. „Wir wollen Euch nicht abzocken durch die Kontrollen“, betonte PHK Scherrer, „aber ihr gefährdet Euch und alle anderen Verkehrsteilnehmer mit diesem Verhalten“


Artikel und Bild: Frau Weinbeer

 

 

 

 

 

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