Digitalisierung will gelernt sein

Digitalisierung will gelernt sein - neues „Lernen durch Engagement“-Projekt in Kooperation mit der Heinrich-Thein-Berufsschule erweitert die Zukunftswerkstatt Digitalisierung des Mehrgenerationenhauses

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„Alt hilft Jung und Jung hilft Alt“ – unter diesem Motto steht seit neun Jahren das Angebot „Computer-Mittwoch“ des Mehrgenerationenhauses.

Am vergangenen Mittwoch war dies auch die Devise und der Startschuss für ein neues „Lernen durch Engagement“-Projekt (kurz: LdE) des Mehrgenerationenhauses in Kooperation mit der Heinrich-Thein-Berufsschule.

 

 

Bereits seit vielen Jahren führt das Mehrgenerationenhaus, unter der Trägerschaft des Bayerischen Roten Kreuzes gemeinsam mit der Heinrich-Thein-Berufsschule Haßfurt im Bereich „Ernährung und Versorgung“ LdE-Projekte durch.

In diesem Jahr interessiert sich auch die Berufsfachschule für technische Assistenten für Informatik (BFT) für die Lernform „Lernen durch Engagement“. Deshalb setzten sich die stellvertretende Leitung des Mehrgenerationenhauses Lisa Geyer und der Fachbereichsleiter für IT-Berufe der Heinrich-Thein-Berufsschule Roland Bitsch zusammen und überlegten gemeinsam, wie man die 12. Klasse der BFT in ihren Sozialkompetenzen stärken kann. 

Im neuen LdE-Projekt kommen sowohl die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse der BFT auf ihre Kosten, als auch die Besucher des Mehrgenerationenhauses, genauer gesagt die Teilnehmer des Computer-Mittwochs. „Dieses Angebot ist sehr beliebt, denn aufgrund der Digitalisierung erleben wir einen gesellschaftlichen Wandel und dadurch auch neue Chancen für alle Generationen. Für die Jüngeren ist es jetzt schon selbstverständlich, sich in der digitalen Welt zu Recht zu finden und ihre Möglichkeiten zu nutzen. Ältere Menschen haben hier noch große Berührungsängste, entdecken aber die digitale Welt immer mehr für sich um selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und hier setzt der „Computer-Mittwoch“ an“, so Lisa Geyer. 

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Teilnehmer Diethmar Jahn aus Haßfurt benötigt Hilfe mit seinem Smartphone, welches ein Weihnachtsgeschenk seiner Familie war. Der 83-Jährige „hatte in seinem ganzen Leben nichts mit so einer Technik zu tun“. „Für die Jugend heutzutage ist das die Zukunft, die kennen sich damit bestens aus“. Seine Enkelkinder wohnen jedoch nicht in der unmittelbaren Nähe, weshalb der Rentner gerne mit seinen Fragen in den Computer-Mittwoch kommt. Für den Schüler Waldemar Müller, gehört es zum Alltag, Fotos mit dem Smartphone zu schießen. Deshalb kann er Diethmar Jahn auch sofort bei seinen Fragen zur Kamera seines Handys helfen. Dabei muss er aber gut überlegen, wie er dem 83-jährigen Teilnehmer so einfach wie möglich erklärt, wie dieser auch zukünftig selbständig Fotos mit dem Gerät machen kann. Dabei notiert sich der wissbegierige Senior alles was ihm der Schüler dazu erklärt.

 

Für Fachbereichsleiter und Lehrer Roland Bitsch bringen diese Erfahrungen in der Beratung den zusätzlichen Lerneffekt. Die Schüler schlüpfen von der „Schülerrolle“ in die „Lehrerrolle“ bzw. beratende Funktion und merken dabei schnell: „was für mich ganz leicht ist, ist für den Gegenüber nicht immer so leicht zu verstehen“.

Auch weitere TeilnehmerInnen des Computer-Mittwochs haben ihre ganz individuellen Fragen mitgebracht, wie z.B.die Einrichtung eines Google-Kontos, die Nutzung verschiedener Dienstleistungsangebote im Internet (Online-Fahrkartenbuchung) oder die Nutzung digitaler Kommunikationsformen (Skype, E-Mail, Whatsapp). 

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Roland Bitsch weiß aus eigener Erfahrung wie wichtig soziales Engagement für die Gesellschaft ist. Deshalb freut es ihn umso mehr, dass die Klasse so begeistert für diese Lernform war. Somit gewinnen die Schüler Erfahrungen und Praxisorientierung, das gleichzeitig einen realen Nutzen für die Zivilgesellschaft hat.  

Der Schüler Mike Biber hat sich sein Engagement genauso vorgestellt und ist froh, dass er weiterhelfen kann. Auch für seinen Schulkollegen Sven Büttner ist es toll, dass er sein Wissen weitergeben kann. 

Pädagogin und MGH-Mitarbeiterin Theresa Krapf weiß genau: „im Computer-Mittwoch bzw. Engagement im Allgemeinen bekommt man die Dankbarkeit der Hilfesuchenden sofort zurück und spürt, dass man etwas Gutes getan hat“.  

 

Artikel und Bilder: René Ruprecht, MGH Haßfurt

 

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