Heros sind überall zu finden

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Die „Heroes“ sind eine gemeinnützige Arbeitsgruppe, die sich „gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“ stark macht. Sie setzen sich für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, ihres sozialen Status oder ihres Geschlechts dieselben Möglichkeiten und Rechte haben sollen.

Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Aufarbeitung des Begriffs „Ehrenkultur“ speziell mit Geflüchteten, die aufgrund ihres kulturellen und sozioökonomischen Hintergrundes oft negativ mit diesem in Zusammenhang gebracht werden.

Zu Besuch an der Heinrich-Thein-Schule war eine Gruppe aus drei Heroes, die selbst einst ihre Heimat verlassen mussten: Eine Rumänin, ein Afghane und ein Türke. 

Ermöglicht wurden diese Workshops für unsere drei  BIK-Klassen dank einer Spende des P-Seminars “Integraion durch Sport“ der Q11 des Walther-Rathenau-Gymnasiums Schweinfurt im Schuljahr 2017/ 2018. Mit 14 Schülern aus den BIK- Klassen vertraten wir bei diesem Seminar die Heinrich- Thein- Schule am 23. März 2018 auf dem Volleyballfeld. Die Einnahmen des Seminars erhielten wir ein Jahr später als Spende.

 

Nicht mit erhobenem Zeigefinger gingen die Heroes das Thema an, sondern ganz subtil: Durch gemeinsame Gespräche über die eigene Vergangenheit und die Kontakte mit Menschen aus anderen Kulturkreisen. Dass es sich um eine sehr vertrauensvolle Basis handelte, wurde schnell klar, als die Schülerinnen und Schüler wie selbstverständlich anfingen, über ihre Fluchterfahrungen zu sprechen und über all das, was sie zurücklassen mussten. Jede Frage war erlaubt und jede Reaktion der Mitschüler wurde respektvoll aufgenommen. Immer wieder streuten die Heroes Begriffe aus dem Umfeld der „Ehrenkultur“ ein: Ehrenmann, sexuelle Individualität oder arrangierte Ehe. Die Schüler erwiderten eigene Gedanken hierzu und zeigten sich dabei sehr aufgeschlossen. Begriffe die nicht verstanden wurden, hat man anschaulich erklärt und besprochen. 

Es waren sehr aufschlussreiche und förderliche Vormittage. Den teilnehmenden Lehrkräften und Sozialpädagogen wurde deutlich, wie Vorurteile gegenüber anderen Kulturkreisen entstanden, wie solche Denkmuster in den Heimatländern der Schülerinnen und Schüler entstehen und wie sich diese auf ihrer Flucht und im Kontakt mit anderen Kulturen verändern.

Nicht in jedem Punkt waren sich die Teilnehmer der Workshops einig, doch eine Ansicht teilten sie alle: Jeder Mensch solle sein Leben so gestalten können, wie er es für richtig hält – frei von Zwängen.

 

Artikel und Foto: Bianca Olerich und Sebastian Müller

 

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