Tolle Hilfsaktion der Auszubildenden im Fleischerhandwerk

Ein kleiner Beitrag gegen die große Not

Der Krieg in der Ukraine hat Deutschland, Europa und fast die ganze Welt erschüttert. Unser als selbstverständlich erachteter Frieden scheint plötzlich so gefährdet und brüchig. Die Gedanken gro­ßer Teile der Bevölkerung sind geprägt vom Entsetzen über die Angriffe auf unschuldige Menschen, von der Angst vor einem erneuten Weltkrieg und von Sorgen um die eigene Zukunft in einer Zeit, die dieser Krieg vor noch größere Herausforderungen stellt, als es die nicht enden wollende Corona-Pandemie bereits tut. Zur gleichen Zeit zeigt sich jedoch auch eine große Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft. 

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Alle eint ein Ziel: Das unfassbare Leid und die große Not der kriegsgeplagten Bevölkerung etwas zu lindern und den Menschen in der Ukraine zumindest kleine Zeichen der Unterstützung zu senden. Diesem Ziel schlossen sich sofort auch die Auszubildenden der Metzgerinnung Main-Rhön mit dem Berufsschulstandort Haßfurt an. Auf Initiative von Metzgermeister Thomas Hemmerich – Inhaber der Werntalmetzgerei Hemmerich in Geldersheim und Erster Bürgermeister seiner Gemeinde – beteiligten sich alle Azubis aus den Metzgereien in den Landkreisen Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt an einer Aktion zur Unterstützung der Menschen in der Ukraine. Thomas Hemmerich erfuhr von einem in Geldersheim ansässigen ukrainischen Geschäftsmann, dass vielerorts in der Ukraine die Lebensmittel knapp werden, auch in der westlich gelegen Stadt Lwiw, in der täglich große Menschenmengen auf der Flucht vor den Kriegshandlungen ankommen. Deshalb entschloss er sich, für einen privat organisierten Hilfsgütertransport Wurstkonserven zur Verfügung zu stellen und suchte gleichzeitig weitere Unterstützung für sein Vorhaben.

 

Bild_Schulklasse NFG_12Diese fand er sehr zügig in der Berufsschule in Haßfurt, wo auch sein eigener Azubi Jalil zur Schule geht. Thomas Hemmerich fragte an, ob die Azubis in der Schule auch einige Konserven für den Hilfstransport herstellen könnten. Sowohl der zuständige Lehrer, Tobias Knüttel, als auch Schulleiterin Heidrun Görtler mussten nicht überredet werden. Beide suchten sofort nach Möglichkeiten, wie eine Hilfeleistung für die Menschen in der Ukraine in die Praxis umgesetzt werden könnte. Nachdem alle organisatorischen und rechtlichen Fragen geklärt waren, ging es schnell: Bereits am nächsten Tag, einem Dienstag, stellte die Klasse NFG 11 mit ihren Lehrern Tim Helfrich und Tobias Knüttel sehr engagiert ca. 200 Konservendosen Lyoner in der Berufsschule her. Am folgenden Mittwoch produzierte die Klasse NFG 12 in einer exzellenten Teamarbeit ca. 300 Konservendosen Jagdwurst mit ihrem Lehrer Tobias Knüttel.

Am Donnerstag sorgten die Schüler der NFG 10 tatkräftig dafür, dass die Dosen verschickt werden konnten, indem sie Etiketten anbrachten und alles in Kisten verstauten. So konnte Thomas Hemmerich bereits drei Tage nach dem ersten Kontakt ca. 500 Wurstdosen abholen, die am folgenden Samstag ihren Weg in die Ukraine antraten.

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Das benötigte Fleisch und die Konservendosen für die Aktion wurden von der Werntalmetzgerei Hemmerich kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Produktion von wesentlich größeren Mengen als im normalen Berufsschulalltag bereitete allen Schülern sichtlich Freude. Das Wissen um den guten Zweck der Aktion sorgte für zusätzliche Motivation und zum Kennenlernen ungekannter eigener Stärken. Ein großes Dankeschön gilt neben der Werntalmetzgerei Hemmerich der Druckerei Walz in Hammelburg. Ein kurzes Telefonat mit Inhaber Hans-Joachim Walz und eine einzige Mail reichten aus, um keine 24 Stunden später fertig gedruckte Klebeetiketten für die Konservendosen in Händen halten zu können. Besonders hervorzuheben ist, dass die Druckerei Walz die Etiketten ohne Berechnung druckte und auf diese Weise ebenfalls einen Beitrag zum Gelingen der Konservenaktion leistete. Darüber hinaus bedankt sich die Fleischerei-Abteilung der Heinrich-Thein-Schule ganz herzlich bei Frau Doris Schmitt von der Lebensmittelüberwachung am Landratsamt Haßberge. Sie unterstützte die Aktion maßgeblich mit Hinweisen auf rechtliche Rahmenbedingungen und Ratschlägen zu deren praktischer Umsetzung. So war es letztendlich eine tollte Aktion, bei der die Schülerinnen und Schüler einerseits im Unterricht motiviert sowie zielführend kooperiert haben und die andererseits wenigstes einen ganz kleinen Beitrag gegen die große Not der Menschen in der umkämpften Ukraine leisten konnten. Am Ende steht die Hoffnung, dass der Friede in Europa wieder einkehren möge und die Menschen in der Ukraine und überall friedlich, frei, selbstbestimmt und in Eintracht mit ihren Nachbarländern in ihrer Heimat leben können.

 

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