Tischler/in / Holzmechaniker/in

Schreiner und Tischler- das sind nicht etwa zwei unterschiedliche Ausbildungsberufe, sondern lediglich unterschiedliche schreiner01 300pxBezeichnungen für ein- und dieselbe berufliche Tätigkeit.

Während der Tischler die norddeutsche Berufsbezeichnung ist, hält sich in Süddeutschland der fest etablierte Begriff des Schreiners. Laut Bundestagsbeschluss aus den 60er Jahren sollten in den Handwerksordnungen nur noch die norddeutschen Namen stehen- also der Tischler anstelle des Schreiners. In Bayern ist die Bezeichnung Schreiner jedoch ein fester Bestandteil des Wortschatzes und lässt sich daher nicht einfach per Gesetz verbieten.

Beim Holmechaniker gibt es derartige Namensprobleme nicht. Es handelt sich um einen eigenständigen Ausbildungsberuf, der dem des Tischlers/ Schreiners aber dennoch sehr ähnlich ist, so dass die Ausbildung an der Schule in Gemeinschaft mit Schreinern/ Tischlern erfolgt. Im Grunde genommen ist der Holzmechaniker die "Industrievariante" des Schreiners.

 

Tätigkeiten:

Als Schreiner oder Holzmechaniker hat man die Möglichkeit eine Vielzahl von unterschiedlichen Tätigkeiten auszuüben. Ganz nach Lust und Laune oder aber Geschick und Fingerspitzengefühl kann man sich einen Ausbildungsbetrieb suchen, der Möbel, Küchen oder aber ganze Inneneinrichtungen, beispielsweise für Geschäfte oder Wohnmobile baut. In anderen Betrieben werden anstelle von Möbeln Fenster, Türen und Treppen, aber auch schon einmal Wintergärten konstruiert und produziert. Auch an der Herstellung von Fertighäusern wirken Schreiner oder Holzmechaniker mit.

Im Mittelpunkt steht bei allen Schwerpunkten jedoch immer die Arbeit mit dem lebendigen und vielseitigen Werkstoff Holz und Holzwerkstoffen. Auch Fantasie und Kreativität sind in allen Schwerpunktbereichen ganz besonders immer dann gefragt, wenn es darum geht Kundenwünsche in eigene Entwürfe umzusetzen und zu verwirklichen.

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Der Hobel steht heute noch als Symbol für das Schreinerhandwerk, doch auch dieser Beruf ist moderner geworden und wenn ein Schreiner auch auf sein altbewährtes Werkzeug nicht verzichten kann, steht ihm heute doch eine ganze Reihe modernster, zum Teil computergesteuerter Maschinen zur Verfügung, die die Arbeit erleichtern und der menschlichen Kreativität kaum eine Grenze setzen. Besonders als Holzmechaniker hat man es in der Holz- oder Möbelindustrie mit teilweise sehr großen Maschinen zu tun.

Qualität und Genauigkeit spielen in beiden Berufen eine große Rolle, da man sehr präzise arbeiten muss, um den Werkstücken ihre korrekte Funktionalität zu verleihen. Denn wer von uns möchte daheim schon einen Tisch stehen haben, der von einem Bein aufs andere kippt?

Ein Bett, einen Kleiderschrank oder einen Esstisch bauen? Für einen Schreiner oder Holzmechaniker ist das kein Problem! Wer sich also für den Ausbildungsberuf des Schreiners oder aber des Holzmechanikers entscheidet, lernt kein zum Aussterben verurteiltes, langweiliges Handwerk, sondern einen gefragten Beruf mit Zukunft, der den Umgang mit dem natürlichen und zeitlosen Werkstoff Holz ermöglicht.

 

Ausbildung:

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre, wobei das erste Ausbildungsjahr in einem so genannten schulischen Berufsgrundschuljahr (BGJ) absolviert wird. Hier werden die Grundkenntnisse für die Bearbeitung von Holz, die in den unterschiedlichen Holzberufen notwendig sind, vermittelt. Unter bestimmten Umständen ist aber eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich.

Ab dem zweiten Lehrjahr erfolgt die Ausbildung im dualen System, dies bedeutet, dass man die überwiegende Zeit im Ausbildungsbetrieb lernt und arbeitet. Ergänzt wird diese praktische Ausbildung im Betrieb durch einen Tag in der Berufsschule, der vor allem der Vermittlung theoretischer Inhalte dient.

Insgesamt gliedert sich der wöchentliche Unterricht von 8.00 bis 16.00 Uhr in der 11. und 12. Klasse folgendermaßen auf:

 

Allgemeinbildende Fächer Deutsch 1 Stunde
Sozialkunde 1 Stunde
Religion 1 Stunde
Fachlicher Unterricht praktische Anteile 2 Stunden
theoretische Anteile 4 Stunden

 

Dabei werden im zweiten Lehrjahr folgende Lernfelder unterrichtet:

 

In etwa gegen Ende des zweiten Lehrjahres muss eine schriftliche und praktische Zwischenprüfung abgelegt werden. Diese Prüfung dient dem Azubi und seinen Ausbildern als Zwischenstand auf dem Weg zur Gesellenprüfung. Im dritten Lehrjahr steigen die Anforderungen bis zur Gesellenprüfung weiter an.

 

Die Lerninhalte beziehen sich im letzten Lehrjahr auf die folgenden Lernfelder:

Die Berufsausbildung wird am Ende des dritten Lehrjahres mit einer vom Fachverband des Schreinerhandwerks gestellten Gesellenprüfung abgeschlossen, die aus einem schrift- lichen und praktischen Teil sowie dem Entwurf und Bau eines Gesellenstückes besteht. Die einzelnen Prüfungsbereiche werden unterschiedlich gewichtet:

 

theoretischer Teil:
Gestalten und Konstruieren 30%
Planung und Fertigung 30%
Montage und Service 20%
Sozialkunde 20%
praktischer Teil:
Arbeitsprobe 50%
Gesellenstück 50%

 

Weiterbildungsmöglichkeiten:

Nach dem Abschluss der Berufsausbildung zum Schreiner gibt es eine Reihe an Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln und einer individuell maßgeschneiderten Karriere entgegen zu gehen. Hier sollen nur einige der zahlreichen Möglichkeiten aufgezeigt werden.

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