Chronologie der BAF-Beschulung

Im Schuljahr 2010/ 2011 richtete das Bayerische Staatsministerium für Bildung erstmals sechs Klassen für junge Flüchtlinge in Bayern ein. 100 Schülerinnen erhielten seinerzeit in Nürnberg die Möglichkeit ein zweijähriges berufliches Unterrichtsangebot in Vollzeit wahrzunehmen.

Sukzessive stieg die Anzahl dieser Klassen in Bayern von Schuljahr zu Schuljahr an.

Im Regierungsbezirk Unterfranken wurden die beruflichen Schulen seit 2013 damit beauftragt ein Unterrichtsangebot für berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge (BAF) zu schaffen. In 98 Klassen konnten 1650 junge Flüchtlinge bayernweit beschult werden und Unterfranken war mit drei Standorten (Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt) dabei.

Doch vor dem Hintergrund der massiv ansteigenden Flüchtlingszahlen entschied sich das Staatsministerium die Beschulung weiter auszubauen. So wurde das Angebot im Schuljahr 2014/ 2015 auf 3300 junge Flüchtlinge in 190 Klassen an 52 Standorten in ganz Bayern ausgeweitet.

Einer dieser 52 Standorte für die Beschulung von „berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen“ (BAF) ist seit September 2014 auch die Heinrich- Thein- Schule.

Die Beschulung orientiert sich grundsätzlich an dem zweijährigen Modell, dass an allen Bayerischen Schulstandorten auf unterschiedlichste Art und Weise umgesetzt wird und aus Mitteln des Bayerischen Kultusministeriums finanziert wird.

An unserer Schule unterstützt der Landkreis Haßberge die Arbeit der Berufsschule als Kooperationspartner und stellt hierfür neben derzeit sechs Lehrkräften für den Deutschunterricht als Zweitsprache auch vier Sozialpädagogen zur Verfügung, die bei der Bewerbung und Stellensuche sowie in problematischen Lebenslagen unterstützen. In den letzten Jahren waren aber auch zwei ehemalige Lehrer der Berufsschule für die berufspraktische Vorbereitung und die Betreuung im Praktikum im Einsatz.

2. Jahr Berufsintegrationsklasse (BIK)

Auf der Basis sicherer Sprachkenntnisse erfolgt im 2. Schuljahr die Vorbereitung auf das Berufsleben. Zu diesem Zweck gibt es neben weiterem Deutschunterricht eine intensive Vorbereitung auf das Berufsleben. Der Unterricht in allen Lernbereichen thematisiert das Berufsleben und die Arbeitswelt in Deutschland.

Der Unterricht findet in den BIK- Klassen täglich von 08.00- 12.50 Uhr und zusätzlich an zwei Nachmittagen bis 15.00 Uhr statt. Er erstreckt sich weiterhin auf die Lernbereiche Spracherwerb Deutsch, Bildungssystem und Berufswelt, Mathematik, Ethisches Handeln und Kommunikation, Sozialkunde und Sport. Dabei wird auf die Kenntnisse aus der Integrationsvorklasse aufgebaut.

Ziel der Berufsintegrationsklassen ist es, den jungen Menschen eine Ausbildung im dualen System zu ermöglichen, um die berufliche Integration voranzutreiben und mit dem Einstieg in die Arbeitswelt zu vollenden. Sie erhalten außerdem die Möglichkeit den Mittelschulabschluss zu erwerben. Die Schüler der BIK 10q werden als externe Teilnehmer auf den qualifizierten Abschluss der Mittelschule vorbereitet.

Für die Mehrzahl von qualifizierten Berufsausbildungen in Deutschland ist ein Schulabschluss die absolute Grundvoraussetzung und nur über eine qualifizierte Ausbildung ist unserer globalisierten und sich schnell wandelnden Arbeitswelt ein sicherer Arbeitsplatz greifbar.

Vier Praktikumsphasen zu je zwei Wochen dienen entweder als Berufsfindungspraktikum oder der konkreten Ausbildungsplatzsuche. Dabei werden wir über die Berufsberatung intensiv von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt. In der Berufsintegrationsklasse wollen wir alle den jungen Flüchtlingen an unserer Schule zeigen, wie ihre Zukunft in Deutschland nach dem Schulabschluss aussehen kann : www.einfachzukunft.de

1.Jahr berufsintegrationsvorklasse (BIK/V)

Die Berufsintegrationsvorklasse dauert ein Schuljahr. Ziel ist es Sprachkenntnisse mindestens auf dem Niveau A2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens zu erwerben. http://www.europaeischer-referenzrahmen.de

Das Jahr kann bei Nichterreichen des angestrebten Sprachniveaus auch wiederholt werden. Das erreichte Sprachniveau wird am Schuljahresende über einen Test abgeprüft. Die SchülerInnen erhalten dann eine Bescheinigung, die die Kompetenzbereiche des Lehrplanes wiedergibt.

Leistungsnachweise während des Schuljahres müssen wahrgenommen werden. Es wird keine Ausbildungsvergütung bezahlt, der Schulweg ist aber kostenfrei.

Der Vollzeitunterricht widmet sich ganz besonders der intensiven Vermittlung der deutschen Sprache.

Außerdem haben die jungen Flüchtlinge allgemeinbildenden Unterricht.

Der Integrationsunterricht findet in der Regel täglich von 08.00- 12.50 Uhr statt und erstreckt sich neben dem Bereich Spracherwerb Deutsch auch über die die Lernbereiche Bildungssystem und Berufswelt, Mathematik, Ethisches Handeln und Kommunikation, Sozialkunde und Sport.

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